Junge Frau mit Rucksack in Abflughalle

So geht's - Während der Ausbildung ins Ausland - Schritt für Schritt

Du kannst dich bei uns nicht direkt auf ein Erasmus+-Stipendium bewerben. Bei der NA beim BIBB können nur Bildungseinrichtungen und Organisationen einen Antrag stellen. Das sind zum Beispiel berufliche Schulen, Unternehmen, die IHK oder HWK oder auch Vereine.

Wenn du ein Auslandspraktikum während der Ausbildung machen möchtest, solltest du dich also als erstes an deinen Betrieb, deine Schule und deine Kammer wenden. Bieten diese bereits Auslandsaufenthalte an, z.B. bei Niederlassungen oder Partnerschulen im Ausland? Wunderbar! Dann kannst du dich direkt dort informieren, wie du dich bewirbst und wie du dein Praktikum organisierst. Die Einrichtungen können selbst festlegen, wie das Bewerbungsverfahren abläuft und welche Voraussetzungen du mitbringen musst.

Wenn nicht, hast du zwei Möglichkeiten:

  1. Dein Betrieb, deine Schule oder deine Kammer beantragt Erasmus+-Fördergelder bei uns. Wie dies funktioniert, erklären wir hier. Wenn der Betrieb oder die Schule zum ersten Mal einen Antrag stellt, sollten sie genügend Vorlaufzeit einplanen und die Fristen beachten. Sie können sich auch bei uns beraten lassen.
  2. Du bewirbst dich bei einem Pool-Projekt: In einem Pool-Projekt bietet eine Bildungseinrichtung, z.B. eine Berufsschule, offene Plätze für ein Auslandspraktikum bundesweit an. Es können sich also nicht nur Schüler der jeweiligen Schule bewerben, sondern alle Azubis und Berufsschüler aus Deutschland oder dem jeweiligen Bundesland. In unserer Praktikumsplatzsuche findest du alle Projekte mit offenen Plätzen. Bei Fragen zur Datenbank ruf uns einfach an.

Wie finde ich ein Auslandspraktikum?

  • Wenn du dir selbstständig einen Praktikumsplatz im Ausland suchen möchtest, sollte deine erste Anlaufstelle dein Betrieb sein. Die meisten größeren und viele kleine Unternehmen haben Kontakte ins Ausland: Zuliefererfirmen, Kundschaft oder Niederlassungen in anderen europäischen Ländern. Durch diese persönliche Verbindung erhöhst du deine Chancen auf einen Praktikumsplatz.
  • Nutze auch anderen persönliche Kontakte. Wenn dein Betrieb keine Niederlassungen oder Partner im Ausland hat, vielleicht ja der Arbeitgeber deines Vaters, deiner Tante oder deiner besten Freundin? Einfach mal fragen kostet nichts!
  • Schau in die Datenbank der IBS (Informations- und Beratungsstelle für Auslandsaufenthalte in der beruflichen Bildung). Hier findest du verschiedene Programme, die Auslandsaufenthalte und Fördergelder anbieten. Die IBS berät dich auch telefonisch oder per Mail.
  • Viele Auslandshandelskammern (AHK) bieten Listen mit Unternehmen im Ausland an, die Kontakte nach Deutschland haben. Oft bekommst du auch die Kontaktdaten von den AHK.
  • Die ZAV (Zentrale Auslands- und Fachvermittlung, einen Einrichtung der Bundesagentur für Arbeit) ist ebenfalls eine gute Anlaufstelle.
  • Praktikumsbörsen im Internet richten sich oft an Studierende. Die Seiten lohnen sich trotzdem, um an die Kontaktdaten der Unternehmen zu kommen. Schreib doch einfach mal eine Mail oder ruf an und frage nach Möglichkeiten für kürzere Praktika.
  • Schau genau hin bei kommerziellen Anbietern, die Praktika gegen eine Gebühr vermitteln. Was genau bekommst du dort für dein Geld und wirst du gut beraten und betreut?

Wie bewerbe ich mich?

Andere Länder, andere Sitten: Das gilt auch für Bewerbungen. Jedes Land hat hier seine Eigenheiten, z.B. wie das Anschreiben aussieht oder ob man ein Bewerbungsfoto beilegen sollte. Mach dich mit den Gepflogenheiten deines Wunschlandes vertraut, bevor du die Bewerbung schreibst.

Eine Hilfe dabei ist der Europass. Mit den Europass-Dokumenten erstellst du einfach einen europaweit vergleichbaren Lebenslauf oder stellst deine Sprachkenntnisse dar. Die Formulare gibt es in allen europäischen Sprachen. Mehr Infos bekommst du auf der Europass-Website.

Bewerbungstipps

  • In vielen Ländern ist es nicht üblich, ein Praktikum zu machen, anders als in Deutschland. Erkläre also in deiner Bewerbung, was du genau vorhast.
  • Betone in der Bewerbung, was du in deiner Ausbildung bereits gelernt hast und welche praktischen Arbeiten du ausführen kannst. In vielen Ländern gibt es kein duales Ausbildungssystem wie in Deutschland, sondern nur ein rein schulisches. Die Unternehmen dort könnten also deine Fähigkeiten unterschätzen. Erkläre ihnen, dass sie mir dir eine gut ausgebildete Fachkraft gewinnen!
  • Versende keine Massenmails. Überlege dir, warum du in genau diesen Unternehmen arbeiten möchtest und was das Unternehmen davon hat, dich einzustellen. Finde die passende Ansprechperson heraus, z.B. über die Firmenwebsite.
  • Keine Angst vor dem Vorstellungsgespräch. Meistens finden diese am Telefon statt und möglicherweise auf Englisch. Suche dir vorher Fachvokabeln heraus und übe Antworten auf die wichtigsten Fragen.