Dennis - Am Ende kommt man immer klüger nach Hause

Ein Bericht von Dennis Osman

Hallo, mein Name ist Dennis und ich bin 21 Jahre jung. Nach dem Abschluss meiner Ausbildung als IT-Systemkaufmann habe ich mich entschieden, ein Praktikum in Irland zu machen. Ich wollte gerne neue berufliche Erfahrungen in einem fremden Land sammeln. Außerdem wollte ich eine neue Kultur kennenlernen und mein Englisch verbessern.

Organisiert habe ich mein Praktikum über den Europäischen Bildungsverbund Magdeburg. Dieser Verbund hilft bei der Vorbereitung und Finanzierung von Auslandspraktika. Darüber habe ich einen Praktikumsplatz und eine Gastfamilie in Irland gefunden.

Herzliche Gastgroßeltern

Zusammen mit einer Gastfamilie lebte ich für 3 Monate in Ballina, einer Siedlung, die drei Stunden von Dublin entfernt ist. Die Gastfamilie bestand aus zwei älteren, aber sehr liebevollen Menschen (Großmutter und Großvater), die mir sehr ans Herz gewachsen sind. Ab und zu kam am Wochenende auch die gesamte Familie zu Besuch. Es war sehr schön, so in die Familie integriert zu sein.

Mit meinem Gast-Großvater fuhr ich zu den Sehenswürdigkeiten vor Ort und er zeigte mir schöne landschaftliche Ecken. Am Abend unterhielten wir uns oft über Gott und die Welt. Diese persönlichen Gespräche haben mich sehr bereichert und mir Einblicke in die Lebenssituationen und Denkweisen der irländischen Familie ermöglicht.

Neue Fähigkeiten aus dem Medienbereich

Zwischen Kühen und Weiden befand sich meine Praktikumstelle: ein Betrieb, der sich auf Stanz- und Gussteile für die Automobilbranche spezialisiert hat. Ich war hauptsächlich im Medienbereich tätig und habe unter anderem Bilder und Videos für die Firmenwebseite bearbeitet. Aber ich konnte auch andere Bereiche wie zum Beispiel die Produktion kennenlernen.

Mein typischer Arbeitstag sah wie folgt aus: Nachdem ich morgens von meiner Kollegin Anja mit dem Auto abgeholt wurde, begann ich meistens meine Arbeit an der Firmenwebsite. Ich machte und bearbeitete Fotos der verschiedenen Produkte, die auf der Website präsentiert werden sollten. Dieser Prozess dauerte aufgrund der vielen unterschiedlichen Produktarten, Wünsche meines Arbeitgebers und eines großen Stücks Perfektionismus mehrere Tage. Außerdem habe ich Filme über die Abläufe in der Produktion erstellt.

Zwischendurch half ich dem Team auch gerne bei der Produktion der Autoteile. Ich prüfte die Produkte in der Qualitätssicherung, montierte die Einzelteile zusammen und war im Lager zuständig. Es hat mir großen Spaß gemacht in diesem Team mitzuarbeiten, denn es waren sympathische Kolleginnen und Kollegen, die ich kennenlernen durfte. Wir haben, meistens in der Pause, viel gelacht. Die Atmosphäre hat mir schnell meine Hemmungen genommen, sodass ich in den 3 Monaten viel Englisch gesprochen habe.

Im Praktikum habe ich vor allem meine Fähigkeiten im Medienbereich gestärkt, denn ich habe gemerkt, dass dort meine Leidenschaft liegt.

In der Freizeit war ich oft draußen und hatte die Umgebung durch lange Spaziergänge erkundet. Der „Belleek Wood“, ein lokaler Waldpark mit viel Natur, war einer meiner Lieblingsorte. Als ich zum ersten Mal dort war, traf ich ein älteres Paar, das großen Spaß hatte, mich durch den ganzen Park zu begleiten. Ich war allgemein sehr glücklich über die irische Mentalität, die ich kennenlernen durfte. Die Menschen sind sehr freundlich und haben ein gutes Gespür für Humor.

Trip nach Dublin

Nach 11 Wochen in Ballina fuhr ich dann mit dem Reisebus nach Dublin zu einer zweiten Gastfamilie, die mich auch herzlichst empfing. Mit Mutter, Vater und ihren Söhnen wohnte ich für meine restliche Auslandszeit in einem schön dekorierten Studentenzimmer. Besonders toll fand ich, dass sie mir vertrauten, sodass ich (in der Woche) das ganze Haus für mich alleine hatte.

Mit öffentlichen Verkehrsmitteln fuhr ich ca. 15 Minuten lang in die Innenstadt. Dort erkundete ich Dublin und fotografierte alles, was mir schön erschien. Für mich war es ein total toller Moment, im Zentrum der Hauptstadt zu sein und endlich wieder Großstadt-Feeling zu genießen.

Tolle Stimmung bei der Arbeit
Neue Fotos für die Firmenwebsite
Ausflüge mit meinem Gast-Großvater
Gemma, meine Betreuerin und Ansprechpartnerin in Irland
Meine Gastfamilie in Ballina - oft kam die ganze Familie zu Besuch
Dieses freundliche irische Paar führte mich durch den "Belleek Wood"

Nur Mut!

Insgesamt bin ich mit meiner Zeit in Irland sehr zufrieden. Weder gab es Probleme innerhalb des Praktikums, noch mit der Gastfamilie, mit der Reise an sich oder der Organisation durch den Europäischen Bildungsverbund. Und besonders meine Kollegin Anja, die mich täglich von der Gastfamilie zur Arbeit abgeholt hat, war jederzeit für mich da.

Vor Ort hatte ich also keine Schwierigkeiten. Das einzig Schwierige war, den Mut aufzubringen, in ein unbekanntes Umfeld zu reisen. Meiner Meinung nach ist es für einen Auslandsaufenthalt wichtig, Offenheit mitzubringen. Gerade der kulturelle Austausch ist für mich der wichtigste Grund, für einige Zeit ins Ausland zu gehen. Man lernt, die Sicht des Anderen zu verstehen, sodass man je nach Situation seinen eigenen Blickwinkel verändern kann, um Vorurteile zu minimieren oder gar auszuschließen. Man kann von jedem lernen, ob negativ oder positiv und das macht meiner Meinung nach einen Auslandsaufenthalt aus. Am Ende kommt man immer klüger nach Hause!