Marina - "Ich habe jede Sekunde genossen."

Ich bin Marina Theisling und habe am 01. August 2014 meine Ausbildung zur Industriekauffrau bei der UPM Nordland Papier GmbH in Dörpen begonnen. Seit August 2015 bin ich im dritten Lehrjahr. Aufgrund schulischer Vorkenntnisse bin ich direkt in das zweite Ausbildungsjahr eingestiegen. Um meine englischen Sprachkenntnisse zu erweitern, habe ich mich im Februar 2015 beim Europäischen Bildungsverbund e.V. in Magdeburg für einen einmonatigen Auslandsaufenthalt in Nordirland beworben. Dazu habe ich mir zuvor die Einwilligung seitens Nordlands eingeholt, da ich für das Auslandspraktikum freigestellt werden musste. Mein Ausbildungsbetrieb hat meine Entscheidung für den Auslandsaufenthaltes sehr begrüßt, da er weiß, welche wertvollen Erfahrungen man dabei macht.

Nach der Bestätigung und vielen Formalitäten, z.B. zur Auslandskrankenversicherung, Auslandsunfallversicherung, Unterrichtung der IHK etc., ging es dann endlich los. Es war meine erste „richtige“ Reise. Zuvor war ich noch nie außerhalb Deutschlands oder außerhalb der Niederlande gewesen. Und ich war auch noch nie länger als zwei Wochen von meinem Zuhause weg, da ich auch ein Pferd zu versorgen habe. Meine Familie hat dies aber gerne einen Monat lang übernommen, wofür ich sehr dankbar bin.

Am 01. August 2015 bin ich von Düsseldorf nach Dublin geflogen. Alleinde das war für mich schon richtig aufregend, weil es mein erster Flug war. Von dort aus ging es zwei Stunden weiter nach Belfast zur Gastfamilie, die mir der Europäische Bildungsverbund vermittelt hatte. Ich habe mich schon während der Busfahrt riesig auf sie gefreut, obwohl ich ja niemanden dort kannte. Ich war einfach neugierig, neue Menschen aus einem anderen Land mit einer anderen Kultur kennen zu lernen. Die ganze Region ist sehr bergig. Das bin ich von meiner Heimt, dem Emsland, gar nicht gewohnt.  Meine Gastfamilie bestand aus Gastvater Adrian und seiner kleinen Tochter Adrianna. In Irland und Nordirland ist es öfters üblich, dass das Kind eine abgewandelte Form des Namens von einem Elternteil trägt.

Mein erster Arbeitstag

32 Stunden später begann dann auch schon nach den vielen neuen Eindrücken und Erlebnissen mein erster Arbeitstag. Adrian fuhr seine Tochter und mich zu seinem Schwager Michael, der nun mein Chef war. Dieser fuhr dann mit mir zur „Ballyclare Group Practice“. Michael ist nämlich Kinderarzt. Nun durfte ich für die nächsten vier Wochen in seiner Praxis arbeiten und Erfahrungen sammeln. Insgesamt werden in der Arztpraxis 31 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt. Elf Leute arbeiten im Büro, davon sind einige halbtags und einige ganztags beschäftigt. Die Arbeitstage fangen um 9 Uhr an und enden um 18 Uhr. Da Irland auch noch eine Stunde Zeitverschiebung nach hinten hat, musste ich mich in der ersten Zeit daran gewöhnen, so spät mit der Arbeit zu beginnen und so spät wieder aufzuhören.

Zu meinen Aufgaben gehörte es, jeden Morgen die Post zu öffnen und dem entsprechend an meine Arbeitskolleginnen und -kollegen zu verteilen. Anschließend habe ich verschiedene Aufgaben bearbeitet, wie zum Beispiel die Patientendaten auf Aktualität zu überprüfen. Hierbei musste ich zuerst immer Daten der jeweiligen Personen aus dem Archiv holen. An das neue Computerprogramm habe ich mich dann auch schnell gewöhnt und konnte mich auch gut mit meinen Kollegen verständigen. Sie waren sehr freundlich und man kam schnell ins Gespräch.

Viel gesehen und erlebt

An den Wochenenden habe ich immer etwas besichtigt. Ob mit den anderen acht deutschen Praktikantinnen und -praktikanten, die auch vom Europäischen Bildungsverbund aus in Irland waren, der Gastfamilie, neuen Freundschaften oder aber mit einem Freund, der mich für fünf Tage besucht hat. Am ersten Wochenende haben zum Beispiel die acht anderen Praktikanten aus Deutschland und ich eine Bustour gemacht. Wir fuhren entlang der Küste zur „rope bridge“, eine Hängebrücke, zum „Giants Causeway“ oder zu anderen Sehenswürdigkeiten.

Auch mein Hobby, das Reiten, ist während des Auslandsaufenthalts natürlich nicht zu kurz gekommen. Als Dank, dass ich ihre drei ausgerissenen Pferde eingefangen habe, hat mich eine Bäuerin sogar ihr Pferd reiten lassen. Sie wollte es mir sogar verkaufen, aber ich musste leider dankend ablehnen ;-)

Am 29. August war dann leider auch schon mein letzter Tag. Am Tag zuvor hatte ich mich mit einem Kuchen auf der Arbeit verabschiedet. Abends sind mein Gastvater und ich dann zum Ausklang in einem Restaurant essen gewesen. Ich habe meine Gastfamilie und meine neuen Kollegen als neue Freunde ins Herz geschlossen und so wurde schnell für mich klar: Ich werde nächstes Jahr zum Urlaub wiederkommen.

Ein irisches Connemarapony
Bei der Arbeit
Am Giants Causeway

Als Fazit möchte ich sagen, dass der Auslandsaufenthalt für mich eine sehr schöne Zeit war. Ich habe nicht nur meine Sprachkompetenz verbessert, sondern mich auch in der Persönlichkeit sehr weiterentwickelt, da ich das Meiste alleine organisieren und koordinieren musste. Ich habe auch neue Freundschaften geknüpft und so war es eine Bereicherung für das ganze Leben. Ich habe jede Sekunde genossen.