Mirco - Arbeiten in Wales: eine Erfahrung, die man machen sollte!

Ein Bericht von Mirco Engwald, Auszubildender zum IT-Systemkaufmann

Hallo, ich bin Mirco! Ich hatte meine Ausbildung zum IT-System-Kaufmann gerade erfolgreich beendet, da ging es für mich direkt für vier Wochen ins Ausland. Mein Ziel war Cardiff, die Hauptstadt von Wales. Was mich dort erwartete? Das wusste ich selbst noch nicht so genau.

Los geht's!

Am 08. Juli 2018 hieß es „Goodbye Germany, welcome Wales!“. Mit dem Flugzeug ging es rüber ins Vereinigte Königreich. Der freundliche Empfang der Gastmutter ließ meine Nervosität etwas schwinden, dennoch war alles so anders: Niemand spricht Deutsch, alle fahren auf der linken Seite. Bei der Gastfamilie angekommen hieß es Augen zu und fit für den nächsten Tag werden.

Am nächsten Tag war ein Gespräch mit der englischen Partnerorganisation angesetzt. Das bedeutete: Das Nahverkehrsnetz musste getestet werden. Zu meiner Überraschung war die Bahnverbindung sehr zuverlässig. Mitten in Cardiff angekommen, wurde mir mein Praktikumsunternehmen zugeteilt: Tenovus Cancer Care, ein Non-Profit-Unternehmen, das sich speziell um Patienten mit einer Krebserkrankung und deren Angehörige kümmert. Dies sollte mein Arbeitsplatz für die nächsten vier Wochen sein.

Der erste Arbeitstag

Am darauffolgenden Tag stieg die Aufregung: der erste richtige Arbeitstag in Wales, an dem ich nur Englisch sprechen muss! Im Büro angekommen legte sich meine Aufregung etwas. Zwei riesige, bunte Büros, viele nette Menschen und eine sehr lockere Atmosphäre erwarteten mich. 

Nach einer kleinen Tour, bei der ich meine Kolleginnen und Kollegen kennenlernte, ging es direkt an die Arbeit. Ich musste viele betriebseigene Richtlinien lesen und bestätigen, denn immerhin wurde mit sensiblen Daten gearbeitet. Danach kam die erste Aufgabe: Gewinnspiellose in eine Exceltabelle abtippen. Das hört sich erstmal etwas langweilig an, war aber zeitweise richtig spannend. Denn so lernte ich die Regionsstruktur Englands kennen, aber auch unterschiedliche Schreibweisen von Namen und Orten. In Wales sind die Straßenschilder zweisprachig: englisch und walisisch. Ebenso waren auch die Lose geschrieben: die eine Adresse war auf Englisch, die andere auf Walisisch. Herausforderung über Herausforderung.

Meine Arbeitsaufgaben

Doch dies war natürlich nicht meine einzige Aufgabe. Meine Ansprechpartnerin hatte sich einen Fahrplan für vier Wochen ausgedacht. An jedem Tag sollte ich Einblicke in eine andere Abteilung bekommen: vom Fundraising, über People and Development bis hin zu Marketing and Communication. Jeder Bereich hatte andere administrative Aufgaben zu erledigen z.B. habe ich Exceltabellen neu strukturiert oder alte und neue Datenschutzverordnungen gesichtet. Überall konnte und musste ich unterschiedliche Fähig- und Fertigkeiten einsetzen. Zum Erstaunen meiner Kollegen war ich meisten sehr schnell mit den Aufgaben fertig. Das hat mir gezeigt, dass die Engländer doch etwas lockerer mit der Arbeit umgehen als wir Deutschen.

Auch der Umgang außerhalb des Büros, also in Supermärkten oder anderen Lokalitäten, war sehr locker und angenehm. Jeder wird begrüßt und verabschiedet, man unterhält sich kurz.

Typisch walisisch

Die Landschaft und die Umgebung in Wales ist schön und naturbelassen. Man kann viele Parks, Sehenswürdigkeiten und Laufwege nutzen. Nachbildungen mittelalterlicher Städte oder Burg in Cardiff laden dazu ein, in die walisische Geschichte einzutauchen. Natürlich darf in einem britischen Land das typische Gericht „Fish and Chips“ nicht fehlen. An fast jeder Ecke findet man einen kleinen Laden, der genau sowas anbietet.

Wenn man durch die Stadt läuft, dann fallen die vielen Business-Dresscodes und Schlüsselbänder auf. Viele Unternehmen sind mit einem Chipkartenzugang ausgestattet, sonst kommt man nicht ins Büro. Das zeigt auch, wie sehr hier der Fokus auf Datensicherheit gelegt wird.

 

Mein Arbeitsplatz

Zwei riesige, bunte Büros und eine lockere Atmosphäre: Das war ganz anders als ich es aus Deutschland kannte.

Die Büros waren bunt eingerichtet.

In Cardiff

Wunderschöne Landschaft

Links gehen! Daran musste ich mich erst einmal gewöhnen ...

Zusammenfassend kann ich sagen, dass Wales ein sehr schönes und interessantes Land ist. Die Waliser sind sehr zuvorkommend, geben sich Mühe, dass sie verstanden werden, und sind sehr freundlich. Das Arbeiten dort hat sehr viel Spaß gemacht. Dabei spielte auch die lockere Arbeitsatmosphäre eine große Rolle. Die gute Einbindung ins Team führte dazu, dass ich mich nicht als Praktikant fühlte, sondern als Teil des Teams.

Alle Bilder © Mirco Engwald