Philipp - Philipp verbrachte fünf Monate seiner landwirtschaftlichen Ausbildung auf einem irischen Hof

Als der 18-jährige Philipp Hattendorf für fünf Monate nach Irland ging, war es für ihn wie "ein Sprung ins kalte Wasser". Er wusste nicht, was ihn im Süden der "Grünen Insel" erwartete, freute sich aber sehr auf die Zeit dort. Fünf Monate arbeitete der angehende Landwirt auf einem Milchviehbetrieb bei Kilkenny. Er machte dort Erfahrungen, die er heute und auch in Zukunft nicht mehr missen möchte.

"Das Besondere für mich war, dass ich zum ersten Mal ganz auf mich alleine gestellt war, noch dazu in einem fremdsprachigen Land", erinnert sich Philipp. Dass er eine Zeit lang im Ausland arbeiten wollte, war für ihn bereits klar, als er ein paar Wochen zuvor seine Ausbildung zum Landwirt an der Justus-Liebig-Schule in Hannover begonnen hatte.


Neue Ideen kennen lernen

Philipps Gastbetrieb mit 190 Kühen und rund 180 Hektar Ackerbaufläche war für irische Verhältnisse eher groß. Im Gegensatz zum heimischen Hof in Niedersachsen – der stärker auf Ackerbau ausgerichtet ist, aber selbst auch 40 Milchkühe sowie Direktvermarktung und Hofladen aufweist – stand hier die Milchviehwirtschaft eindeutig im Vordergrund. Ein Aspekt, der dem angehenden Landwirt auch fachlich völlig neue Einblicke ermöglichte, zum Beispiel, wenn es um unterschiedliche Arbeits- und Produktionsweisen ging. „Für mich war es eine einmalige Chance, neue Ideen kennen zu lernen und viele an sich vertraute Themen neu zu betrachten“, beschreibt Philipp seine Eindrücke.


Die erste eigene Wohnung

Für Irland hatte er sich entschieden, weil dort Englisch gesprochen wird. Während der gesamten Zeit auf dem Hof lebte er völlig selbstständig in einer kleinen Wohnung über dem Melkstand, eine Zeit lang gemeinsam mit einer österreichischen Praktikantin. Dass er insgesamt fünf Monate bleiben konnte, verdankt er sowohl der Schule und der Landwirtschaftskammer als auch seinen Eltern, die ihn nach Kräften unterstützten.

Von der Berufsschulpflicht war er in dieser Zeit frei gestellt. Da das Berufsbildungsgesetz solche Auslandsaufenthalte ausdrücklich vorsieht, wurde die Zeit in Irland automatisch als Ausbildungszeit anerkannt. Für Philip hat sich diese Zeit gelohnt, denn vieles von dem, was er in Irland erfahren hat, wird ihm auf seinem weiteren Weg sicher von Nutzen sein. "Wenn man viele Dinge kennt, kann man auch einmal etwas Neues, Innovatives ausprobieren" - davon ist Philipp überzeugt.