Vanessa - Kleiner Kulturschock: Zwei Wochen Bürokommunikation in Irland

Im Januar 2015 machte sich Vanessa Römer für zwei Wochen auf nach Irland. Die auszubildende Kauffrau für Bürokommunikation hat dort ein Erasmus+-Praktikum absolviert. Organisiert wurde der Auslandsaufenthalt durch eine Kooperation des Berufskollegs Herzogenrath.

Zunächst ging es für Vanessa für ein Wochenende nach Dublin, und dann mit einer Gruppe anderer Azubis aus der Region Aachen, die später angereist waren, weiter nach Cork. Der kleine Ort Doneraile in der Nähe war für die nächsten zwei Wochen Vanessas Zuhause und Arbeitsplatz.

Ihr Praktikum verbrachte Vanessa bei „WHITE in Ireland“, einem Unternehmen, das Auslandsaufenthalte in Irland vermittelt. Der kleine Familienbetrieb stellte ihr und einer weiteren Praktikantin auch ein eigenes Apartment.

Andere Arbeitskulturen kennenlernen

Am ersten Arbeitstag war Vanessa aufgeregt, aber auch hochmotiviert und wurde herzlich in ihrem Gastunternehmen begrüßt. Vanessa erinnert sich: „Besonders schön fand ich das allmorgendliche fröhliche ,Good morning, girls!‘ das uns aus der ersten Etage entgegengerufen wurde.“

Überraschend waren für sie hingegen die eher kurzen Arbeitszeiten und die Büroorganisation. „Am ersten Arbeitstag hatte ich einen kleinen Kulturschock: Unser Büro und der Arbeitsalltag an sich waren im Vergleich zu Deutschland recht unstrukturiert. Das war anfangs ziemlich gewöhnungsbedürftig, aber ich habe mich schnell eingelebt“, erzählt Vanessa.

Zu Vanessas Aufgaben gehörte es einerseits, gemeinsam mit ihrem Chef landwirtschaftliche Betriebe in der Umgebung zu besuchen, die eventuell Agrar-Praktikantinnen und -Praktikanten bei sich aufnehmen möchten. Dadurch kam sie schnell in Kontakt mit der Bevölkerung und konnte ihr Englisch in unterschiedlichen Situationen erproben. Außerdem sah sie viel von der eindrucksvollen irischen Landschaft.

Weiterhin recherchierte Vanessa Kontakte und E-Mailadressen verschiedener Universitäten, Berufsschulen und Landwirtschaftsverbände. Dieses sollten später angeschrieben und über die Möglichkeit eines Praktikums in Irland informiert werden. Aufgaben wie diese haben  Vanessa eher nicht so großen Spaß gemacht, da sie wenig abwechslungsreich waren. Doch auch das gehört zum Arbeitsalltag.

Herzliche Menschen und beeindruckende Natur

Besonders gern erinnert sich Vanessa an den herzliche Umgang mit ihren irischen Arbeitgebern: „Die gemeinsamen Abendessen während des Aufenthaltes waren besonders schön. Wir haben uns viele Anekdoten erzählt, Irland und Deutschland miteinander verglichen, sprachliche Missverständnisse laut belacht  und die Erlebnisse des Tages ausführlich besprochen.“

Die Frau ihres Gastchefs unternahm mit Vanessa und ihrer Mitpraktikantin sogar einen Ausflug zu einem Reiterhof. Vanessa ist begeisterte Hobbyreiterin und der Ausritt in die grüne irische Landschaft war für sie unvergesslich.

Fazit: Ein Aufenthalt mit vielen Höhen, aber auch kleinen Tiefen

Vanessa hat während des Praktikums ihr Englisch verbessert und einen guten Einblick in eine andere (Arbeits-)Kultur bekommen. Sie hat ein tolles Land mit herzlichen und offenen Menschen kennengelernt. Und sie hat sich persönlich weiterentwickelt: „Das Praktikum hat mir mehr Selbstvertrauen gebracht und mir die Scheu genommen, Fehler zu machen, besonders was die Sprachkenntnisse betrifft“, erzählt Vanessa. Als „kleine Tiefen“ während des Praktikums hat sie so manch langweilige Tätigkeit und die hohen Lebenshaltungskosten in Irland empfunden.

Unterm Strich war der Aufenthalt in Irland für Vanessa eine tolle Zeit. Ihr Tipp für andere Azubis, die Lust auf ein Auslandspraktikum haben: „Kümmert euch rechtzeitig darum. Wenn die Abschlussprüfung in Sichtweite rückt, ist ein Auslandsaufenthalt recht ungünstig. Ich würde empfehlen es bis spätestens zur Mitte der Ausbildung gemacht zu haben.“